Die Anime-Serie Usagi Drop zählt elf Episoden und lief in der Summer Season 2011 im japanischen Fernsehen.
In Japan erschien die Serie in Volumes unterteilt auf DVD und Blu-ray. Diese enthielten insgesamt vier zusätzliche Episoden, welche zeitlich zwischen den bereits bekannten Folgen spielen.
Kurzinfo
- purer Slice of Life, der trotzdem nicht langweilig
- sehr schlichter, aber schöner Zeichenstil
- sehr sympathische Charaktere
Worum geht es?
Der schon etwas ältere und in einem kleinen Haus allein lebende Daikichi Kawachi führt ein geregeltes Leben. Tagsüber geht er von morgens bis abends arbeiten und kommt dann recht spät wieder nach Hause. Eines Tages stirbt sein Großvater und Daikichi fährt zur Beerdigung. Dort trifft sich die gesamte Verwandtschaft, um von ihrem Familienmitglied abschied zu nehmen. Darunter auch ein kleines und sehr stilles Mädchen namens Rin, welches, wie sich herausstellt, ein uneheliches Kind des Großvaters ist. Die Mutter ist nirgends aufzufinden und die einzelnen Familienmitglieder wollen dieses in ein Heim geben, da sich um dieses uneheliche Kind niemand kümmern möchte. Nur Daikichi hat für die Einstellung seiner Verwandten überhaupt kein Verständnis. So nimmt er Rin vorläufig bei sich auf, bis eine Lösung dafür gefunden wird, was mit ihr geschieht.
Ohne auch nur die geringste Erfahrung mit Kindern beginnt er so sich um Rin zu kümmern und merkt schnell, dass die Erziehung eines kleinen Mädchens nicht nur anstrengend ist, sondern auch einige Überraschungen mit sich bringt. Allerdings auch, dass man so einiges nochmal aus einer anderen Sichtweise sieht und die Mühe auch belohnt wird.
Eindruck
Die Story und Charaktere von Usagi Drop könnten nicht normaler sein. Nichts wird überzogen oder übertrieben dargestellt. Keine Fantasy-Elemente, geheimnisvolle Ereignisse oder große Katastrophen. Nein, Usagi Drop bleibt auf dem Boden und hat sich damit die Zugehörigkeit zum Genre Slice of Life mehr als verdient. Genau das macht diesen Anime aus meiner Sicht auch so aus. Diese Schlichtheit und Normalität, welche zum Ausdruck gebracht wird.
Der Zeichenstil des Anime unterstreicht diese Tatsache noch einmal. Keine auffälligen Effekte. Kein Grafikfeuerwerk. Zwar fand ich diese Art der Präsentation am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, könnte mir jetzt im Nachhinein aber keine bessere Art vorstellen. Schlichtheit bedeutet aber nicht, dass die Animationen oder Hintergründe schlecht wären. Auf ihre ganz eigene Art und Weise haben sie einen tollen Stil, der mir sehr gut gefällt und im Gegensatz zu anderen Anime mal etwas anderes ist.
Die Story zeigt das alltägliche Zusammenleben von Daikichi Kawachi und Rin und geht dabei vor allem auf die Höhepunkte von Rins Erziehung ein. So erstreckt sich die Geschichte über ein Jahr und zeigt ihren Weg vom Kindergarten bis hin zur Grundschule. Vor allem aber die Entwicklung, welche Daikichi und Rin dabei machen und wie beide immer besser miteinander auskommen und sich gegenseitig verstehen lernen. Natürlich ist dabei auch ein wenig Dramatik dabei, aber sie hält sich in Grenzen. Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen und durch immer wieder lustige Einlagen, welche das Leben nun einmal so bietet, hat man zwischendurch auch mal etwas zu lachen.
Außerdem zeigt Usagi Drop super, an was für Kleinigkeiten sich Kinder noch erfreuen können und dass diese alles noch mit ganz anderen Augen sehen. Auch dass sie ganz andere Vorstellungen haben, als ältere. Das fand ich sehr schön zu sehen.
Fazit
Usagi Drop ist etwas für Freunde des Normalen und des Genre Slice of Life. Wer große Überraschungen und mitgerissen werden möchte, ist hier leider falsch. Wer allerdings mal Lust auf etwas anderes hat, was gemütlich und ruhig ist, sollte hier definitiv mal einen Blick riskieren. Mir hat Usagi Drop auf jeden Fall viel Spaß gemacht, auch wenn mir keine besondere Szene großartig in Erinnerung bleiben dürfte. Insgesamt stimmt es aber.
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