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Review: Fullmetal Alchemist

Fullmetal Alchemist gehört wohl zu den bekanntesten Anime in Deutschland. Die 51 Folgen liefen ab dem 4. Oktober 2003 ein Jahr lang im japanischen Fernsehen. In Deutschland strahlt der Pay TV Sender Animax die Serie aus. Außerdem ist die komplette Serie als zwölf DVD-Volumens erhältlich. Man kann die komplette Serie außerdem bei MyVideo gucken.

Zusätzlich erschien eine zweite Staffel, mit dem Namen Fullmetal Alchemist: Brotherhood, welche sich näher an den Manga orientiert. Außerdem erschienen noch diverse OVAs und Filme.

Kurzinfo

  • knallharte und teils sehr traurige Story
  • sehr interessantes Setting
  • jede Folge ist sehenswert
  • sympathische Nebencharaktere kommen etwas zu kurz

Worum geht es?

Man könnte sagen, dass Fullmetal Alchemist in einer Art Parallelwelt Anfang des 19. Jahrhunderts spielt, in der sich, statt der Technik, die Alchemie weiter entwickelt hat. So gilt das so genannte Gesetzt des Äquivalenten Tausches. Wenn man eine bestimmte Menge her gibt, bekommt man etwas von gleicher Menge wieder. Ein Beispiel: Es geht eine Vase kaputt. Wenn man alle Einzelteile dieser Vase zusammen sammelt und in einen Bannkreis legt, kann man mit Hilfe der Alchemie diese Vase wieder reparieren. Bannkreise werden benötigt, um Alchemie wirken zu können. Sie entscheiden durch ihre Muster und Zeichen außerdem, was mit den Dingen in einem Bannkreis passieren soll.

Genau in dieser Welt leben die zwei Brüder Edward und Alphonse Elric. Diese wollen dem Militär, welches in Fullmetal Alchemist außerdem als Regierung zu sehen ist, als sogenannte Staatsalchemisten beitreten. Denn nur dann haben sie die Chance, den Stein der Weisen zu finden. Mit diesem roten Stein soll es möglich sein, das Gesetz des Äquivalenten Tausches außer Kraft zu setzen und aus dem Nichts Dinge zu erschaffen. Schon bald merken die beiden Brüder aber, dass sie nicht alleine auf der Suche nach dem Stein der Weisen sind.

Viel mehr möchte ich jetzt auch gar nicht darauf eingehen, auch wenn man das durchaus könnte ohne viel von der Story zu verraten. Aber jeder noch zu kleine Spoiler wäre ungerecht den Lesern gegenüber, welche die Serie noch nicht gesehen haben. Denn unter anderem lebt FMA von seinen Überraschungen.

Eindruck

In den ersten Episoden führt man sich so ein wenig in die Story hinein geworfen. Man merkt sofort, dass in der Vergangenheit der beiden Brüder irgendetwas wichtiges passiert sein muss – und das liegt nicht nur daran, dass Alphonse nur aus einer Rüstung besteht. Aber so werden besonders nach diesem hinein Werfen in die Geschichte einige Episoden genutzt, um die Vorgeschichte der Brüder zu erzählen. Natürlich nicht alles auf einmal. Aber im Laufe der Serie wird immer wieder ein neues Puzzleteil hinzugefügt, um am Ende ein fast vollständiges Bild zu bekommen.

So hat mich die Story unheimlich stark fasziniert, denn durch die Länge des Anime kann auch auf viele Kleinigkeiten und Nebencharaktere sehr gut eingegangen werden. So hat Fullmetal Alchemist genügend Zeit, einen völlig in diese Welt hinein zu ziehen. Das hat die Serie bei mir allerdings schon nach den ersten sechs Episoden geschafft. Dennoch wird es mit der Zeit immer extremer.

Die Charaktere gefallen mir gut und in den über 50 Episoden wird die Zeit klasse genutzt, um auf so gut wie jeden Charakter einzugehen. Dabei liegt der Fokus natürlich auf Edward und Alphonse, welche einem immer näher gebracht werden und deren Beweggründe man mit der Zeit immer besser nachvollziehen kann. Dabei werden selbst Charaktere die am Anfang nur nebensächlich erscheinen, später noch enorm wichtig. Selbst auf die vermeidlichen Bösewichte wird toll eingegangen, so dass ich sie zum Ende hin richtig gut leiden konnte und sie nicht mehr als solche gesehen habe. Was nicht heißt, dass sie nicht böse wären. Aber es hat halt jeder seine persönlichen Gründe, weshalb er gute oder böse Ziele verfolgt. Aus der eigenen Sicht müssen diese nicht einmal böse erscheinen.

Mein absoluter Lieblingscharakter war Maes Hughes, weil er einfach eine extrem lustige Art hatte. Trotzdem ist er, auch wenn er nicht den Eindruck macht hat, extrem scharfsinnig. Wen ich überhaupt nicht leiden kann ist Alphonse. Ich kann im Bezug auf die Story verstehen, warum er quasi die gute Seele ist und seinen Bruder immer wieder in das Gewissen redet. Trotzdem finde ich ihn einfach nur nervig.

Wie bereits oben beschrieben, lebt FMA auch von seinen Überraschungen und Schockmomenten. Bei jedem anderen Anime würde ich sagen, dass das Wort “Schockmoment” ein zu starkes ist. Hier jedoch nicht. Wer ein Happy End in den vielen kleinen Geschichten erwartet, die in Fullmetal Alchemist zur zusammenhängenden Story gehören, dürfte hier an der falschen Adresse sein. Bereits nach wenigen Episoden wird klar, dass hier kein Blatt vor dem Mund genommen wird und nicht immer alles so läuft, wie man es gerne hätte. Das unterstreicht auch irgendwie die Atmosphäre der Serie. Natürlich ist sie, durch tolle Kämpfe, auch actionreich, lustig, durch die Dialoge, und manchmal einfach nur faszinierend. Dann vergisst man ab und zu, wie knallhart hier die Geschichte ist. Schockierende Momente reißen einem dann immer wieder aus dem Gedanken heraus, dass alles gut wird und treffen einen mit brutaler Kraft. So ging es mir zumindest. Klasse – und auch ein wenig beängstigend.

Neben der Story und den Charakteren stimmt aber auch der Zeichenstil und die Musik. Die Landschaften, Charaktere und Räume sind schön gezeichnet. Man merkt ihnen aber schon ein wenig an, dass FMA nicht der neuste Anime ist. Dafür ist die Musik aber einfach nur zeitlos. Sie untermalt die unterschiedlichen Szenen sehr gut und trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei. Zwar sind es nur recht wenige unterschiedliche Songs, doch das macht nichts. Ich habe mich immer wieder gefreut, wenn ich einen erneut gehört habe. Nach einer gewissen Zeit verbindet man die Musik auch mit einem bestimmten Gefühlen, da sie immer an Stellen kommt, die sich von der Atmosphäre her gleichen.

Fazit

Fullmetal Alchemist stimmt von Vorne bis Hinten. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass auf einige Charaktere noch mehr eingegangen wird, aber bei so vielen ist das halt wirklich schwierig. Es wurde sich halt wirklich für die entschieden, welche die wichtigsten Rollen habe und das ist gut so. Die Story ist klasse und es zieht sich von Anfang bis Ende ein roter Faden hindurch, welcher sich ab und zu mit anderen kleineren vermischt. Abgesehen vom relativ schwachen Ende, hat mich FMA mehr als begeistert. Natürlich hätte ich mir einen schöneren Verlauf der Geschichte gewünscht, aber so ist es nun einmal und das macht FMA irgendwie auch aus.

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02.06.2012

Twaldigas

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